Bereit für den demografischen Wandel: der Jahresbericht 2025 von Pro Senectute Rorschach & Unterrheintal
Alles spricht vom demografischen Wandel. Die in der Bevölkerung bekannten Zahlen sprechen für sich. Zahlen allein sagen jedoch noch nichts über den Unterstützungsbedarf aus. Pro Senectute steht für die Unterstützung der Menschen im Alter. Der Jahresbericht 2025 berichtet von den Leistungen der Regionalstelle im vergangenen Jahr. Der individuelle Unterstützungsbedarf im Bereich Beratung nahm entgegen der demografischen Entwicklung leicht ab. Die Zahl der geleisteten Haushilfestunden stieg an. Der Generationentreff «Café Negropont» setzte die Erfolgsgeschichte fort. 294 Fachmitarbeitende, Sozialzeitengagierte oder Freiwillige waren für Pro Senectute Rheintal & Unterrheintal tätig.«Der demografische Wandel ist ein vieldiskutierter und auch in unserer Region sehr präsenter Begriff. Es ist unbestritten, dass der Anteil älterer Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen wird. Für die Gruppe der über 80-Jährigen gehen Prognosen bis 2050 sogar von einer Verdoppelung aus.»
Dies schreibt die Regionalkomiteepräsidentin von Pro Senectute Rorschach & Unterrheintal, Katharina Linsi, im aktuellen Jahresbericht.
Herausforderungen erkannt – Pro Senectute steht bereit
Dabei seien die Herausforderungen, die mit der Alterung der Bevölkerung einhergehen, längst erkannt, so Katharina Linsi. Es fehlen jedoch konkrete Strategien und vor allem deren konsequente Umsetzung.
«Wir müssen jetzt Lösungen entwickeln, damit ein gutes und würdevolles Leben im Alter für alle möglich bleibt.» Die Alterspolitik stehe vor einem grundlegenden Wandel.
«Pro Senectute ist bereit, diesen aktiv mitzugestalten. Wir setzen uns dafür ein, dass ältere Menschen weiterhin selbstbestimmt leben können und die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.»
Zahlen sind wichtig, aber sie zeigen nicht das ganze Bild
Im Zusammenhang mit dem demografischen Wandel werde viel mit Zahlen argumentiert, schreibt Dirk Rohweder, der Leiter der Regionalstelle Pro Senectute Rorschach & Unterrheintal. Dies sei grundsätzlich richtig.
«Zahlen helfen, um Entwicklungen früh zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten. Gleichzeitig habe ich oft das Gefühl, dass die Menschen hinter diesen Zahlen aus dem Blick geraten. Das darf aber nicht passieren.»
Individueller Unterstützungsbedarf steigt eher
Im vergangenen Jahr habe die Regionalstelle eine deutliche Zunahme komplexer Fallsituationen verzeichnet: «Es handelte sich um Menschen in schwierigen Lebenslagen – aufgrund gesundheitlicher Probleme, finanzieller Belastungen oder fehlender Unterstützung.»
Die Entwicklung habe sich sowohl in der Haushilfe und Betreuung als auch in der Sozialberatung gezeigt.
«Wir wollen diese Personen bestmöglich unterstützen. Das bedeutete für uns mehr interne Austauschgespräche, intensivere Abklärungen mit Partnerinstitutionen und eine verbesserte Koordination, um tragfähige Lösungen zu ermöglichen. Zahlen allein sagen nichts über den individuellen Unterstützungsbedarf aus.»
Leichter Rückgang in der Beratung und im Administrativen Dienst
Der Beratungs- und Informationsdienst von Pro Senectute Rorschach & Unterrheintal führte 2025 2071 Stunden Beratungsgespräche mit 604 Personen durch. Der Administrative Dienst führte 70 Mandate. Beide Angebote wurden im Vergleich zum Vorjahr leicht weniger in Anspruch genommen.
Es wurde Unterstützung in finanziellen Notlagen im Umfang von 92919 Franken geleistet.
190 Steuerklärungen wurden ausgefüllt.
Anzahl der Haushilfestunden stieg an
Die Zahl der Haushilfestunden stieg von 37472 auf 40823 Stunden, die Zahl der unterstützten Personen von 773 auf 877.
Es wurden mehr Haushalte mit Mahlzeiten beliefert – nämlich 143 statt 132.
«Vielleicht handelt es sich hier um einen Hinweis, dass die Seniorinnen und Senioren möglichst lange zu Hause wohnhaft bleiben möchten», so der Stellenleiter.
Angenehme Atmosphäre im «Café Negropont» – Reservation von Vorteil
49 Bildungsangebote – Sprach-, Zeichnungs- oder Schachkurse – wurden durchgeführt. 13 Angebote waren es im Bereich Bewegung und Gymnastik.
Eine Erfolgsgeschichte ist das «Café Negropont»:
«Unterdessen empfiehlt es sich für das Mittagessen einen Tisch zu reservieren. Einen besseren Nachweis für die Sinnhaftigkeit und Wichtigkeit dieses Angebots kann man kaum liefern. Zum feinen Essen gesellt sich die einnehmende positive Atmosphäre seitens aller freiwillig Tätigen», heisst es dazu im Jahresbericht.
7658 Stunden Freiwilligenarbeit wurden hier geleistet.
294 Personen arbeiteten und unterstützten gesamthaft
Auf der Regionalstelle sind 14 Fachmitarbeitende tätig.
Unverzichtbar sind die Mitarbeitenden im Sozialzeitengagement. 244 Personen wirken hier mit.
169 waren es im Bereich Haushilfe, 16 bei der Mahlzeitenauslieferung, 34 im Administrativen Dienst, 25 Personen engagierten sich als Gruppen- und Kursleitende. 35 Personen setzten sich im Rahmen von Freiwilligenarbeit im Generationentreff «Café Negropont» ein.
1,76 Millionen Franken Dienstleistungserträge
Bei einem Aufwand von 3,19 Millionen Franken schloss die Rechnung 2025 leicht negativ ab.
Die Erträge aus den eigenen Dienstleistungen machten mit 1,76 Millionen Franken mehr als die Hälfte der Einnahmen aus. Die Beträge der öffentlichen Hand lagen bei rund 1,25 Millionen Franken.
Pro Senectute Rheintal & Unterrheintal durfte 58281 Franken aus Spenden und Sammlungen entgegennehmen.
Lesen Sie den ganzen Jahresbericht von Pro Senectute Rorschach & Unterrheintal hier.