Endlich alt genug…

  • um das Nebensächliche auch mal zum Wichtigsten zu machen und zu machen was ich will! (Marlies, 65)
  • um am Openair zu übernachten. (Hanna, 15)
  • um auf Grosskinder zu hoffen. (Marie-Thérèse, 60)
  • für die Schule. (Lisa, 7)
  • um zu wissen, was man gut und was man weniger gut kann. (Robert, 39)


Jedes Lebensalter birgt Hoffnungen, Herausforderungen und Schwierigkeiten, Chancen und Glücksmomente. Oft beschäftigen wir uns mit den Schwierigkeiten und Einschränkungen, die ein bestimmtes Alter mit sich bringen und vergessen dabei die positiven Seiten.

Wofür sind Sie endlich alt genug?
Schreiben sie uns eine E-Mail an:  100@sg.prosenectute.ch. Gerne mit Vornamen und Alter.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Gedanken dazu. Die Antworten erscheinen jeweils wieder auf dieser Seite. Klicken Sie dafür auf die Sprechblase "Weitere Gedanken".

1917

Alter ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts das grösste Armutsrisiko. Wer nicht mehr arbeiten kann und keine Familie hat, wird in Armenhäusern untergebracht, wo die Eingewiesenen mit «Elementen wie Vagabunden, Alkoholikern und Geisteskranken» zusammenleben müssen. Der Winterthurer Arbeiterpfarrer Albert Reichen ergreift die Initiative, etwas gegen die grosse Not alter Menschen zu tun. Er gründet mit Gleichgesinnten die Stiftung für das Alter – die heutige Pro Senectute.

1947

Seit deren Gründung setzt sich die Stiftung für das Alter dafür ein, eine gesetzliche Altersvorsorge zu schaffen. 1931 vom Volk noch verworfen, wird die AHV 1947 mit einem überwältigenden Ja-Stimmenanteil von 80% angenommen und am 1. Januar 1948 in Kraft gesetzt.

1936– 1966

Im Kanton St. Gallen entstehen sukzessive Beratungsstellen, um mit der Hilfe möglichst nahe bei den Menschen zu sein. Dieses Organisationsmodell hat sich bis heute sehr bewährt. Pro Senectute ist mit ihren sechs Regionalstellen gut verankert und kennt die Bedürfnisse vor Ort.

1958

Immer mehr alte Menschen sind auf Hilfe bei der Alltagsbewältigung angewiesen. Pro Senectute reagiert auf diesen Hilfebedarf mit dem Aufbau des Haushilfedienstes und ermöglicht damit ein Leben in den eigenen vier Wänden.

1966

Mit der Einführung der Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV und IV kommt der Bund dem Verfassungsauftrag einer lebenskostendeckenden Rente nach. Auch für Leute ohne Vermögen und ohne weitere Einkünfte. Die EL wird damit zum wichtigsten Instrument gegen Altersarmut und sie ist es bis heute geblieben.

1967– 1973

Wer rastet der rostet! Mit der stetig höheren Lebenserwartung rückt auch stärker ins Bewusstsein, dass Körper und Geist «Nahrung» brauchen, um möglichst lange gesund zu bleiben. Pro Senectute reagiert auf dieses Bedürfnis mit dem Aufbau von Turngruppen. Später folgen eine Vielzahl von Kurs- und Gruppenangeboten. Das zentrale Anliegen von Pro Senectute ist und bleibt bei diesen Angeboten, Kontakte zu ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zu leisten, dass ältere Menschen sozial integriert bleiben.

1990

Pro Senectute St. Gallen erkennt, dass der stark wachsende Bedarf nach Hilfe und Betreuung nur gedeckt und längerfristig finanziert werden kann, wenn die Hilfsbereitschaft im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements optimal genutzt wird. Pro Senectute entwickelt das Modell «Sozialzeit-Engagement». Heute beteiligen sich rund 1800 Sozialzeit-Engagierte an den vielfältigen Aufgaben von Pro Senectute. Darunter eine grosse Anzahl von Personen im Pensionsalter. Sie sind die Garanten für eine qualitativ gute und umfassende Grundversorgung zu tragbaren Kosten.

2008

Pro Senectute Kanton St. Gallen gibt sich ein neues Leitbild. Sie bekennt sich als Sozialorganisation, deren oberstes Ziel es bleibt, soziale Not zu lindern, diese zu beheben und sozialer Not vorzubeugen. Sie hält an ihrer starken regionalen Verankerung fest und vertieft die Zusammenarbeit mit den Gemeinden.

2017

Die Hilfe und Betreuung ist gefragt: 1958 mit 25 Haushelferinnen gestartet, arbeiten heute rund 1000 sozialzeitlich engagierte Haushelferinnen mit, die 250 000 Einsatzstunden im Jahr leisten. Die hohe Lebenserwartung bringt mit sich, dass viele alte Menschen auf umfassende Hilfe und Betreuung angewiesen sind, die in hohem Mass von Angehörigen übernommen werden. Betreuende Angehörige laufen Gefahr, durch die physische und vor allem auch durch die psychische Belastung, selber krank zu werden. Pro Senectute reagiert darauf mit einer neuen Dienstleistung, dem «Coaching für betreuende Angehörige».

2026

Das «Internet der Dinge» prägt zunehmend auch die Form der Alltagshilfen. Die Wohnungsreinigung übernimmt der Klein-Roboter «Max». Der zwischenmenschliche Zuspruch und die Betreuung gewinnen zusätzlich an Bedeutung. Eine technisch versierte sozialzeitengagierte Pensionärin hilft, wenn Max «streiken» sollte. Gerne vor Ort, im Notfall aber auch über die Fernwartung.

2031

Der Bund zieht sich aus der direkten Subventionierung von Dienstleistungen zurück und beschränkt die finanzielle Beteiligung auf nationale Kampagnen. Kanton und Gemeinden beauftragen Pro Senectute damit, ihre Leistungen der Grundversorgung in gleichem Rahmen weiterzuführen. Es gelingt Pro Senectute, zur Erfüllung dieser Aufgaben vermehrt auch Menschen im Pensionsalter zu motivieren, ein sozialzeitliches Engagement zu übernehmen.

2047

Eine grosse Gruppe älterer Menschen leidet unter akuter Bewegungsarmut, weil sie vorwiegend virtuell unterwegs sind. Zunehmend sind Personen über 90 vermehrt von Erschöpfungsdepressionen betroffen. Hauptsächlich verursacht durch die hohe Präsenz in verschiedenen Chatrooms. Pro Senectute stellt die ersten Digitaltherapeuten ein. Parallel dazu bietet sie wieder Kurse und Gruppen an, die 2036 wegen zu geringer Teilnahmen eingestellt werden mussten.

Reisebericht downloaden